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Vorderer Kreuzbandriß

(auch "Anterior Cruciate Ligament" oder ACL genannt)

Welche Funktion hat das vordere Kreuzband?

Das vordere Kreuzband ist der wichtigste Stabilisator im Knie und es gilt als Zentralpfeiler (central pivot). Wenn es gerissen ist, macht sich dies zunächst einmal nicht unbedingt beim normalen Gehen bemerkbar. Bei Ermüdungserscheinungen, Unkonzentriertheit oder bei Sportausübung können allerdings die sogenannten Oberschenkelrollen über das Schienbeinplateau nach hinten wegrutschen (das intakte vordere Kreuzband würde diese Bewegung verhindern) und so die Menisken, den Gelenkknorpel und die übrigen Kapselanteile schädigen. Derartige Ereignisse, vor allem wenn sie mit einer gewissen Gewalt auftreten, können das "Aus" für das Kniegelenk bedeuten. Aus diesem Grunde sollte das vordere Kreuzband so früh wie möglich stabilisiert werden, Muskeltraining allein reicht hierfür mit Sicherheit nicht aus, obgleich dies fälschlicherweise immer wieder angenommen wird. Oft wird gefragt, ob man denn das vordere Kreuzband wirklich ersetzen müsse. Die Antwort hierauf verhält sich ähnlich wie die Antwort auf die Frage, ob man denn zum Autofahren einen Sicherheitsgurt benötige. Zum Fahren selbst braucht man ihn selbstverständlich nicht. Im Fall des Unfalls hingegen benötigt man ihn ganz dringend, dann allerdings ist es bereits zu spät. So verhält es sich auch mit dem vorderen Kreuzband!


Wie wird ein vorderer Kreuzbandriß behandelt?

Es ist klar, daß man den "Sicherheitsgurt" im Kniegelenk wieder herstellen muß, wozu man in aller Regel eine neue Struktur benötigt. Hierbei haben sich zwei Ersatzmaterialien besonders bewährt: Zum einen die sogenannte Patellarsehne (mittleres Drittel der Kniescheibensehne) und zum anderen die Semitendinosus-Sehne (Sehne aus der Rückseite des Oberschenkels). Welche der zur Verfügung stehenden Techniken des Kreuzbandersatzes letztendlich zum Einsatz kommt, hängt von vielen Faktoren wie z.B. Alter, Geschlecht, Sporttätigkeit, Größe, Gewicht und Gewebestruktur ab. Die Fixierung erfolgt entweder mit sogenannten Interferenzschrauben (auch aus auflösbaren Materialien erhältlich) oder mit Titanklammern. Obgleich die Technik relativ kompliziert erscheint, sind die Erfolgsquoten nach derartigen Eingriffen ausgezeichnet, vor allem wenn keine wesentlichen Zusatzverletzungen vorliegen. Auch dieser Aspekt spricht für die möglichst frühe Reparatur einer solchen Situation.

Wie lange werde ich arbeitsunfähig sein?

Büroarbeiter können nach etwa eine bis zwei Wochen zur Arbeit zurückkehren, wobei die Krückenzeit bei ansonsten normalem Gelenk auch nur etwa 12-14 Tage beträgt. Bei körperlicher Arbeit sollte der Patient etwa sechs Wochen der Arbeit fern bleiben.

Wie sieht es mit der Rückkehr zum Sport aus?

Schwimmen, Radfahren und normales Wandern kann nach etwa sechs bis acht Wochen aufgenommen werden. Sportarten mit Stops und Richtungswechseln sollten erst nach etwa sechs Monaten begonnen werden, sogenannten Kontaktsportarten wie Fußball und Handball sogar nach etwa acht Monaten.


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