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Detaillierte Informationen zur Behandlung von Kniescheibenproblemen
(Verrenkung / Arthrose)

Die Behandlungsprinzipien für arthroskopische Probleme im sogenannten Kniescheibengelenk, d.h. im Gelenk zwischen Kniescheibenrückfläche und Oberschenkelvorderseite, sind natürlich die gleichen, wie sie auch bereits für die Arthrosebehandlung allgemein beschrieben wurden. Auch hier geht es wieder um das Erreichen von drei Zielen:

1.) Die Wiederbedeckung der beschädigten Knorpelflächen entweder per Shaving-Chondroplastik oder per Abrasionsarthroplastik.
2.) Die Beseitigung von Abriebmaterial, welches von den beschädigten Knorpelflächen stammt.
3.) Eine Rezentrierung und dauerhafte Druckentlastung der falschbelasteten Kniescheibe.

Wie erreichen wir einen neuen Überzug an den beschädigten Knorpelflächen?

Wie bereits an anderer Stelle beschrieben, wird die Neubedeckung der beschädigten Knorpelflächen durch einen reparativen Prozeß erreicht, der durch eine Kombination von Shaving, Microfracture und Abrasion erzielt wird. Welches Verfahren dabei, und in welcher Kombination zum Einsatz kommt, hängt natürlich von der Art des Knorpelschadens ab. Eine entsprechende Disziplin und Kooperation seitens des Patienten vorausgesetzt, werden sich die so behandelten Knorpelflächen mit einem neuen Gewebe bestehend aus Faserknorpel überziehen. Hierdurch werden wieder glatte Oberflächen hergestellt, wodurch das Gelenk wieder seine normale Funktion und seinen normalen Stoffwechsel zurückgewinnt. Erst nachdem der dauernde Knorpelabrieb gestoppt ist, wird das Gelenk auch zu seiner normalen Leistungsfähigkeit zurückfinden. Auch hier gilt wieder: Die "Produktionszeit" für die neu zu formenden Ersatzgewebe liegt wieder im Bereich von etwa zwei Monaten.

Da sich diese Gewebe wie an jeder anderen Stelle des Gelenks aus Blutauflagen bilden, die sich an die behandelten Knorpelflächen anheften, ist auch hier wieder die Einhaltung einer Entlastungszeit von zwei Monaten unter Benutzung von Gehhilfen entscheidend.

Wie werden Störfaktoren im Gelenk beseitigt?

Der zum Zeitpunkt der Operation im Gelenk befindliche Knorpelabrieb wird natürlich während des Eingriffs selbst ausgewaschen, da ja der Eingriff in einem flüssigen Milieu stattfindet, und zwar unter einer ununterbrochenen Spülung und Absaugung des Gelenks. Dauerhaft wird das Knie natürlich nur dann vor dem Wiederauftreten von Entzündungen, die ja durch den dauernden Knorpelabrieb bedingt sind, geschützt sein, wenn sich die neuen Ersatzknorpelflächen gebildet haben, so daß diese Flächen wieder reibungsfrei gegeneinander ablaufen können. Hierdurch normalisiert sich auch wieder die Funktion der Gelenkschleimhaut, die dann statt einer wesentlich zu wäßrigen Flüssigkeit (die natürlich nicht schmiert!) eine normale "Gelenkschmiere" produziert, wodurch Knorpel wie Ersatzknorpel dauerhaft geschützt werden.

Wie schützen wir die neugeformten Ersatzknorpelflächen vor Überlastung?

Abbildung A:
Je nach den zugrunde liegenden Ursachen des Knorpelverlustes und je nach der individuellen Beschaffenheit der Druckverteilung hinter der Kniescheibe werden verschiedene Verfahren bestehend aus Kapselspaltung außen (lateral release), innere Raffung (medial reefing) oder Versetzung des Ansatzpunktes des Kniescheibenbandes (Tuberositasversetzung) eingesetzt. In den meisten Fällen ist der Einsatz des "lateral release" ausreichend. Handelt es sich um Fälle, in denen die Kniescheibe wiederholt "herausgesprungen" ist, wird man neben dem lateral release auch ein medial reefing und eine Tuberositasversetzung hinzufügen müssen. (Siehe Abbildung A und B)

Abbildung B:

Kernspintomographiebild

MRT vor OP
Diese Aufnahme zeigt eine schwere Arthrose mit "abgerutschter" Kniescheibe und vollständigem Knorpelverlust als Zustand wiederholter Kniescheibenverrenkungen.

MRT nach OP
Diese Aufnahme zeigt den Zustand nach lateral release, medial reefing, Abrasion und Tuberositasversetzung. Die Ersatzknorpelflächen sind klar erkennbar.

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