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Kniescheibenprobleme

(Verrenkung / Arthrose)

Welche Funktion hat die Kniescheibe und wie kann sie beschädigt werden?

Die Kniescheibe ist in die sogenannten Quadrizepssehne eingelagert, die den großen Muskel an der Oberschenkelvorderseite mit dem Schienbein verbindet, wobei Sehne und Kniescheibe über das sog. Kniescheibengleiter wie eine Art Treibriemen laufen. Beim Beugen und Strecken bewegt sich die Kniescheibe auf diesem Gleitlager nach oben und unten, ein Vorgang, der normalerweise völlig geräusch- und schmerzlos ist. Nun kann es anlagebedingt oder auch als Folge früherer Kniescheibenverrenkungen zu einem "Schieflauf" mit einem vermehrten "Anpreßdruck" zwischen Kniescheibe und Oberschenkelvorderseite kommen, was auf Dauer natürlich den Gelenkknorpel schädigt. In solchen Fällen treten dann nicht nur Schmerzen, sondern auch ausgeprägte Gelenkgeräusche hinter der Kniescheibe auf, vor allem wenn gegen Widerstand gestreckt wird. Diese Gelenkgeräusche sind, anders als oft gemeint wird, durchaus nicht harmlos und repräsentieren eine Abriebsituation mit der Folge, daß im Laufe der Zeit der Knorpel im sogenannten Kniescheibengelenk immer dünner wird, am Ende sogar Knochen auf Knochen reiben kann. Dieser Abrieb produziert bestimmte Knorpelteilchen, die ihrerseits die Gelenkschleimhaut reizen und zur Bildung einer zu dünnen Gelenkflüssigkeit führen, die natürlich keine gute Schmierfunktion hat, wodurch noch mehr Knorpelgewebe abgerieben wird. Wir sind somit in einem typischen "Teufelskreis".


Wie werden Kniescheibenprobleme behandelt?

Das Entscheidende in der Behandlung von Kniescheibenproblemen ist die Unterbrechung des oben genannten Teufelskreises. Hierzu muß zunächst einmal die "Krümelproduktion" zum Stillstand gebracht werden, dies geschieht entweder durch: 1. Abrasion ("Shaving") oder 2. Transplantation wieder glatte Oberflächen geschaffen werden, von denen sich kein Material mehr abreiben kann. Durch rezentrierende Maßnahmen an der Kniescheibe, wie z.B. "Lateral Release" oder Kapselraffung an der Innenseite wird der Druck hinter der Kniescheibe wieder gleichmäßig verteilt und dafür gesorgt, daß die neugebildeten Ersatzknorpelgewebe auch auf Dauer halten werden. Wie bei anderen Knieproblemen, so ist auch hier wieder die Kombination aus Schaffung von Ersatzgeweben mit Verbesserung der Biomechanik der Druckverhältnisse der entscheidende Punkt für den Erfolg.

Wie lange werde ich arbeitsunfähig sein?

Büroarbeiter können nach einem solchen Eingriff nach etwa eine bis zwei Wochen zur Arbeit zurückkehren, vorausgesetzt sie benutzen für die Dauer von etwa sechs bis acht Wochen Krücken und sorgen dafür, daß das Kniescheibengelenk nicht in Beugestellung belastet wird. In absoluter Streckstellung ist das Kniescheibengelenk dagegen nicht belastet, weshalb beim Treppengehen, Aufstehen aus dem Stuhl bzw. Sessel das operierte Bein immer steif gehalten werden muß. Bei Einhaltung dieser "Spielregeln" muß der Arbeitsausfall nicht der Länge der Krückenzeit entsprechen.

Wie sieht es mit der Rückkehr zum Sport aus?

Wie bei der Arthrosebehandlung in anderen Gelenkabschnitten so ist auch hier die Qualität der Knorpelreparatur der entscheidende begrenzende Faktor. Eingriffe im Bereich des Kniescheibengelenks erfordern ein ganz besonders hohes Maß an Rehabilitationsaufwand und man übertreibt nicht, daß bis zur vollen Sportfähigkeit oft sechs bis zwölf Monate nach dem Eingriff vergehen können. Entscheidend ist hier jedoch das Langzeitergebnis und man darf in der Rehabilitationsphase auf keinen Fall Hektik aufkommen lassen.


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