 Diagnose Schulter |
|
|
|
 Ärzte |
|
|
|
 Rehabilitation |
|
|
|
 Service |
|
|
|
|
Impingement - Syndrom |
Remodellieren und Reparieren
|
Schmerzen im Bereich der Schulter sind ein mittlerweile sehr häufiges und angesichts der heutzutage bis ins hohe Alter ambitionierten Aktivitäten stetig zunehmendes Phänomen. Die Ursache der Beschwerden finden wir meist nicht im Rahmen degenerativer Abnutzungsprozesse von Oberarmkopf und Gelenkpfanne, d. h. im eigentlichen Schultergelenk. Wesentlich häufiger sind die umgebenden Weichteile sowie insbesondere der Gleitraum zwischen Schulterdach und Rotatorenmanschette ursächlich für z. T. quälende nächtliche und bewegungsabhängige Schmerzen. Es kommt zu einer räumlichen Enge unter dem Schulterdach und zur entzündlichen Verdickung des Schleimbeutels. Wir bezeichnen dieses mechanische Konfliktproblem als Engpasssyndrom oder als mechanisches Impingement-Syndrom. Das mechanische Attribut impliziert, dass durchaus auch funktionelle Aspekte von Bedeutung sind und im Rahmen physiotherapeutischer Behandlungen respektiert oder aufgearbeitet werden müssen. |
 |
| Engpass-Lokalisation unter dem Schulterdach (seitl. Ansicht). Die Sehnen der Rotatorenmanschette li. |
|
|
 |
| Der zwischen Sehnen und Schulterdach sitzende Schleimbeutel re. |
|
|
|
Lang andauernde und intensive Beanspruchungen, wie dauernde Überkopfarbeiten oder Überkopfsportarten (z. B. Tennis) können zur Reizung und Entzündung des Schleimbeutels unter dem Schulterdach führen. Reicht das Platzangebot unter dem Schulterdach nicht aus, so kommt es zu einer Chronifizierung der Schmerzen, welches andererseits eine schmerzbedingt verminderte Muskelzentrierung des Oberarmkopfes zur Folge hat. Es entwickelt sich ein Teufelskreis, indem sich die unter dem Schleimbeutel liegenden Sehnen der Rotatorenmanschette zunächst entzünden und später durch die konstant mechanisch irritierenden Veränderungen reißen können.
Ursache dieser mechanischen Konfliktsituation kann einerseits ein bereits genetisch determiniert vermindertes Platzangebot sein, welches sich im Laufe des Lebens (meist ab dem 40. Lebensjahr) durch knöcherne Anlagerungen weiter reduziert. Andererseits besteht die Möglichkeit, dass es zu einer Volumenzunahme der Weichteilstrukturen (Schleimbeutel, Sehnen der Rotatorenmanschette) unter dem knöchernen Schulterdach kommt und damit ebenfalls ein mechanisches Konfliktproblem hervorgerufen wird. Ursache für Letzteres können mehr oder minder große Kalkeinlagerungen in den Sehnen der Rotatorenmanschette, stattgehabte Frakturen des Oberarmkopfes oder vieles mehr sein. Knöcherne Spornformationen am vorderen Schulterdach, welche sich im Laufe der Zeit durch Zugbelastungen der dort ansetzenden Bandstruktur gebildet haben, werden häufig erst auf Röntgen-Spezialaufnahmen sichtbar. Diese ermöglichen neben der qualitativen auch eine quantitative Bewertung des Engpassproblems. Eine präzise Umsetzung und Transformation des knöchernen Engpasses in eine ideale Schulterdachform wird durch die arthroskopische Behandlung möglich. |
|
Schmerzen werden vor allem beim seitlichen Hochheben des Armes oder in Überkopfpositionen verspürt.
Charakteristisch ist der ausgeprägte nächtliche Schmerz, welcher am seitlichen Oberarm verspürt wird. Die Einnahme entzündungshemmender Medikamente, Injektionen in den Schleimbeutel und dosierte krankengymnastische Behandlungstechniken können in der Anfangsphase unter Umständen eine Linderung erzielen. Bei erheblichen mechanischen Engpässen besteht allerdings die sehr große Chance, dass durch krankengymnastische Techniken das Beschwerdebild noch weiter verstärkt, die Rissgefahr eines möglicherweise schon bestehenden Rotatorenmanschettenanrisses vergrößert und durch die Schmerzverstärkung die Gefahr einer Schultereinsteifung (Frozen Shoulder) potenziert wird. Viele Patienten berichten über wellenförmige Verläufe und verspüren später eine Kraftreduktion. Letztere kann Folge einer reinen Schmerzhemmung sein, d. h. einer Hemmung der mehr oder minder intakten Sehnen-/Muskelgruppen durch den vordergründigen Schmerz. Andererseits kann der spürbare Kraftverlust durchaus Spiegelbild des bereits eingetretenen Risses einer oder mehrerer Sehnen sein.
Patienten besuchen uns häufig erst nach jahrelanger Problematik in einem Spätstadium, in welchem manchmal bereits 2–3 von insgesamt 5 Sehnen der Rotatorenmanschette gerissen sind. Selbst in diesem Stadium haben wir mit modernsten arthroskopischen Techniken immer noch die große Chance, eine zufrieden stellende, d. h. weitestgehend schmerzfreie und funktionell deutlich verbesserte Situation zu erzielen. |
 |
| Klassifikation der Schulterdachformen. Sie beeinflusst die Erkrankungs-Inzidenz. |
|
|
 |
| Arthroskopische Dekompression. Erweiterung des Schulterdaches auf ein ideales Platzangebot. |
|
|
|
|
Die Arthroskopie ermöglicht es uns, nicht nur regenerative und entzündliche oder auch traumatische Begleitverletzungen und -schäden zu beurteilen und gleichzeitig zu korrigieren. Vielmehr ermöglicht sie uns, klassische mechanische Engpassprobleme mit motorisierten Fräsen und schneidenden sowie saugenden messerähnlichen Instrumenten dreidimensional zu korrigieren. Der entzündlich veränderte und häufig verklebte Schleimbeutel wird entfernt und gelöst. Es bildet sich mit der frühfunktionellen krankengymnastischen Behandlung ab dem 1. Tag nach der Operation ein gesundes und neues Schleimbeutelregenerat, welches bereits nach wenigen Wochen die natürliche Gleitfunktion des Schleimbeutels zwischen zwei Muskel- resp. Sehnengruppen ermöglicht. |
|
|
| © 2001-2008 Alpha-Klinik GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Impressum |
|