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Die Bandscheibenprothesenoperation

Was umfasst die Behandlung?

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Kurz vor dem Eingriff bekommt der Patient zur Prävention einer möglichen Infektion Antibiotika verabreicht. Als Thromboseprophylaxe wird dem Patienten niedermolekulares Heparin injiziert. Die Bandscheibenprothese wird in Vollnarkose eingesetzt. Der Patient liegt dabei auf dem Rücken. Der Schnitt wird meistens vertikal unter oder über dem Bauchnabel gesetzt. Die Schnittlänge (von ca. 7 – 25 cm) hängt vom Körperumfang des Patienten und der Höhe der degenerierten Bandscheibe ab. Je korpulenter der Patient ist, desto länger ist der Einschnitt. Manche Patienten bevorzugen aus kosmetischen Gründen zwar einen quer verlaufenden Schnitt, allerdings ist der vertikale Schnitt aus operationstechnischen Gründen sinnvoller und kann kosmetisch gut gelöst werden. Nachdem der Bauchschnitt gesetzt wurde arbeitet sich der Operateur retroperitoneal (über das Bauchfell) zur Wirbelsäule vor, wobei er dabei die sicher vom Bauchfell eingeschlossenen Eingeweide weder einsieht noch berührt. Nachdem die großen Gefäße vorsichtig zur Seite verschoben wurden (das Risiko einer Gefäßverletzung ist sehr niedrig und kann gut kontrolliert werden), kann die degenerierte Bandscheibe einfach freigelegt werden. Nun wird der vordere Teil der Bandscheibe geöffnet, wobei der Bandscheibenring (Annulus fibrosus) so gut wie möglich erhalten wird und die der degenerierte Inhalt entfernt wird. Der ausgeräumte Bandscheibeninnenraum wird nun mittels Distraktionsinstrumenten geweitet, wenn nötig werden dabei verbliebene Überbleibsel der Bandscheibe Stück für Stück aus der hinteren Bandscheibe und dem Spinalkanal entfernt. Der ausgeräumte Bandscheibenraum wird nun mit dem Implantat, der Bandscheibenprothese, gefüllt.

Die Bandscheibenprothese ist dank der starken, natürlichen intraspinalen (= zwischen den Wirbeln) Druckverhältnisse umgehend fest an Ort und Stelle verankert, was weitere Lageveränderungen verhindert. Die Wunde wird schichtweise geschlossen, wobei meistens eine kleine Dränage für überflüssiges Blut gelegt wird. Der Patient kann hiernach geweckt werden. Sofort nachdem der Patient im Aufwachraum zu sich gekommen ist, kann er seinen Rücken belasten und selbständig gehen. Wegen dem Bauchzugang hängt die postoperative Essensaufnahme von der Darmaktivität ab; am ersten Tag wird jedoch generell zu leichter, bekömmlicher Kost geraten. Eine Bettruhe wird nicht verordnet, der Patient kann eine Stunde nach der Operation aufstehen und zur Toilette gehen. Die Drainage kann innerhalb von 24-48 Stunden entfernt werden. Tagsüber werden die Wirbelsäule und die tiefen Bauchwunden von einem kleinen Korsett gestützt. Der Krankenhausaufenthalt beläuft sich auf ca. 2-3 Tage.

Außer dem „neuen“ Wundschmerz kann über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten nach dem Eingriff „alter“ Schmerz verbleiben, er kann aber auch augenblicklich nach dem Eingriff verschwinden. Wie im Vorfeld beschrieben, ist das größte Risiko einer Bandscheibenprothese der anhaltende, alte Schmerz. Der der Erfolg einer Operation hängt dabei immer von einer exakten Diagnose in Kombination mit einer außerordentlichen operativen Leistung, einem qualitativen Implantat und einer optimalen Ausrichtung des Implantats ab.

In den meisten Fällen lösen sich die Fäden auf und müssen nicht extra gezogen werden. Eine besondere Rehabilitation wird nicht benötigt und es werden dem Patienten keine Einschränkungen auferlegt. Sobald die Wunde geheilt ist, darf der Patient wieder Auto oder Fahrrad fahren. Es ist wichtig, dass der Patient seinen Körper in Form hält und aktiv bleibt.



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